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Die Frankfurter Buchmesse - Der perfekte Messebesuch

Tipps und Tricks für einen erfolgreichen (ersten) Messebesuch


 

Es ist Anfang Juli (wo ist nur die Zeit geblieben?) und der Ticket-Vorverkauf für die Frankfurter Buchmesse läuft wieder. Wenn du (angehender) Kinderbuchillustrator bist, dann gehört diese Messe garantiert zu einem deiner Pflichttermine dieses Jahr.

 

Du besuchst die Frankfurter Buchmesse zum ersten Mal und bist schon ganz aufgeregt? Dann kommt dieser Blogartikel gerade richtig. Hier verrate ich dir Tricks und Kniffe für einen gelungenen (ersten) Messebesuch auf einer der wundervollsten Buchmessen überhaupt. Viel Spaß beim Lesen!

 

Tipp 1: Kaufe die Karten im Vorverkauf oder lasse dich Akkreditieren

 

Bist du auch so ein kleiner Sparfuchs wie ich? Dann ist es sinnvoll, die Karten schon während der Vorverkaufsphase zu kaufen. Bis Ende Juli gibt es den größten Rabatt. Informiere dich zusätzlich darüber, ob für dich ermäßigte Preise gelten, weil du beispielsweise Student bist oder dich als Blogger akkreditieren lassen kannst.

 

 

Tipp 2: Suche dir rechtzeitig deine Unterkunft

 

Wie viele Tage auf der Messe sind ideal? Gerade, wenn du Kontakte ins Verlagswesen knüpfen willst, solltest du die Messe an den Fachbesucher-tagen besuchen. Die Lektoren sind üblicherweise Mittwoch bis Freitag da. Am Wochenende ist die Buchmesse dann für die Öffentlichkeit geöffnet. Und keine Sorge, auch wenn du als Illustrator noch nicht gemeldet bist - sofern du eine Mappe mit deinen Arbeiten dabei hast, zählst du zu den Fachbesuchern. Plane am Besten mindestens zwei Tage auf der Messe ein. Gerade an den ersten Tagen ist erfahrungsgemäß noch etwas weniger los.

 

 

Wenn du bereits weißt, wann genau du auf der Messe bist, dann kümmere dich auch zeitnah um deine Unterkunft. Günstige Zimmer findest du beispielsweise bei B&B oder A&O. Schaue ruhig auch etwas außerhalb des Messegeländes. Gerade bei einer guten S-Bahn-Anbindung ist das gar kein Problem.

 

Tipp 3: Habe eine passende Mappe dabei und habe keine Angst vor Feedback

 

Idealerweise hast du eine, auf deine Wunschverlage abgestimmte, Mappe mit deinen Arbeiten dabei. Gerade für den Bereich Kinderbuch eignet sich ein Mix aus Doppelseitenillustrationen (plane hier Platz für Text ein), einzelnen Vignetten, Tieren und Kindern als Motiv, auch dieselbe Figur in verschiedenen Posen (achte hier unbedingt auf Ähnlichkeit ;)).

 

Recherchiere vorher, welchen Schwerpunkt deine Wunschverlage haben und ob du zum Verlagsportfolio passt. Wenn bei einem Verlag beispielsweise nur digitale flächige Illustrationen in den Büchern zu finden sind, du aber detailreich analog illustrierst, passt ihr vielleicht nicht wirklich zusammen. Nutze deine Zeit optimal. Gehe lieber auf die Verlage zu, die eher zu deinem Illustrationsstil passen. Zeige dem jeweiligen Lektor nur relevante Arbeiten. Am Besten nicht zu viele (bis zu 12 Seiten sind meist ausreichend - auf einer Seite kannst du auch einmal mehrere kleinere Illustrationen zeigen).

 

Welche Reihenfolge sollen deine Illustrationen haben? Hier gibt es einen kleinen Richtwert: Die erste, mittlere und letzte Illustration sollten besonders klasse sein - das erste Bild weckt Interesse, das mittlere hält bei Laune und das letzte bleibt in (guter) Erinnerung.

 

Ob du deine Mappe digital (auf dem Tablet) oder in Papierform mitnehmen solltest - da scheiden sich die Geister. Den Lektoren ist es meist völlig egal. Beides hat Vor- und Nachteile. Solltest du deine Arbeiten in Papierform mitnehmen, kannst du gerne (verkleinerte) Ausdrucke in DIN-A4 mitnehmen. Beachte, dass du die Mappe den ganzen Tag mit dir herumtragen musst - da kann DIN-A3 sehr schnell, sehr schwer werden.

 

Kleiner Extratipp: Die Illustratoren Organisation bietet auch eine kleine Mappenberatung an. Lass dir gleich in der Früh einen Termin geben und hole dir Feedback. Es lohnt sich.

 

Mutmachtipp: Habe keine Angst vor Feedback. Wenn Lektoren bei der Mappendurchsicht wenig von sich aus sagen, frage gerne höflich nach. Das ist DIE Chance, jetzt sitzt du direkt an der Quelle!

 

 

Tipp 4: Mache frühzeitig Privattermine aus oder nutze die offenen Sprechstunden optimal

 

Und sowieso ist Vorbereitung alles ;). Informiere dich bereits rechtzeitig darüber, zu welchen Verlagen dein Stil passt und welchen Verlagen du deine Illustrationen vorstellen möchtest. Wenn du ganz mutig bist, dann versuche ab etwa Mitte Juni / Anfang Juli Privattermine mit Lektoren zu vereinbaren. Manchmal findest du die jeweiligen Kontaktdaten auf der Website der Verlage, oder du schaust dich einmal auf Xing um.

 

Du hast keinen Privattermin erhalten? - Keine Panik. Üblicherweise bieten viele Verlage an einem oder mehreren Tagen eine offene Illustratorensprechstunde an. Oft findest du die entsprechenden Tage und Zeiten auf der jeweiligen Homepage. Ansonsten kannst du auch telefonisch nachfragen. Wie der Name schon vermuten lässt, ist diese Sprechstunde offen für alle Illustratoren. Stelle dich also darauf ein, lange in der Schlange zu stehen. Das eignet sich jedoch ganz wunderbar, um mit Kollegen ins Gespräch zu kommen. Ich habe bisher nur tolle Leute kennen gelernt. Trau dich - sei offen:)!

 

Wenn du ganz fleißig bist, dann mache dir einen Zeitplan, wann du welchen Verlag ansteuern möchtest. Die Sprechstunden sind oft zeitgleich oder überschneiden sich, daher ist ein guter Überblick sehr hilfreich. Je früher du dich anstellst, desto schneller kommst du auch an die Reihe. Im Schnitt schafft man etwa 6-7 Verlage am Tag. Kleinere Verlage haben oft keine offenen Sprechstundentermine. Scheue dich daher nicht, diese einfach anzusprechen.  Extratipp, um Zeit zu sparen: Für den optimalen Überblick, nimm dir den Hallenplan mit und habe ihn griffbereit. Du kannst dir auch die App auf dein Handy installieren.

 

Kleiner Tipp für die Nachbereitung: Nimm dir nach jedem Gespräch kurz Zeit und notiere dir Namen des Lektors, welche Bilder gefallen haben und welche nicht (und ggf. warum) - im besten Fall hast du während der Mappendurchsicht direkt Feedback erhalten oder höflich nachgefragt - und ob du dein gesamtes Portfolio als PDF zusenden sollst oder vielleicht nur einzelne Bilder.

 

>>  Hier findest du einen kleinen Vordruck von mir, den du dir gerne herunterladen und ausdrucken kannst :) <<

 

 

Tipp 5: Kleider machen Leute

 

Was ziehe ich an? Eigentlich ganz einfach: Etwas, worin du dich wohl fühlst. Luftige Kleidung ist optimal, da es in den Messehallen sehr warm werden kann. Gerne etwas in deinen Brandingfarben oder etwas, was deinen Stil unterstreicht. Du illustrierst sehr knallig und bunt? Dann passt vielleicht ein buntes Oberteil sehr gut.

 

Wie ich schon geschrieben habe, wirst du viel auf den Beinen sein und entweder über die Messe laufen oder in der Schlange stehen. Daher mein Tipp: Trage gutes Schuhwerk.

 

Und ein kleiner Extratipp: Wähle einen Rucksack anstatt einer Tasche. Dein Rücken wird es dir danken.

 

 

Tipp 6: Denke an ausreichend Verpflegung - auch Nervennahrung

 

Auch wenn es auf dem Messegelände, die Möglichkeit gibt, sich etwas zu Essen zu kaufen. Nimm dir genug mit (auch Knabbereien oder gesunde Snacks wie Nüsse oder Mandeln) - so ein Messetag kann nämlich ganz schön anstrengend sein. Und manchmal stehst du vielleicht gerade in einer Schlange für eine Mappendurchsicht, wenn du Hunger bekommst ;). Und denke auch daran, genug zu Trinken. Die Messeluft kann stickig sein. Kümmere dich um dich.

 

 

Tipp 7: Zeige dich und deine Arbeiten - Ein bisschen Marketing schadet nicht

 

Habe genug Visitenkarten dabei und griffbereit (!). Ich liebe ja die Druckerei Moo - hier kannst du auf eine der beiden Seiten viele verschiedene Designs hochladen, sodass deine Visitenkarten ein kleines Miniportfolio für dich werden. Wenn du magst, nimm auch Postkarten (mit deinen Kontaktdaten) oder Flyer mit.

 

 

Tipp 8: Nach der Messe ist vor der Messe - Das Follow-up

 

Die Messe ist vorbei, du bist immer noch beeindruckt und musst erst einmal alles sortieren. Kein Problem, aber vergiss das Follow-up nicht. Circa ein bis zwei Wochen nach der Messe solltest du dich um das Follow-up kümmern. Schicke den Lektoren, von denen du deren Visitenkarten bekommen hast, dein Portfolio als PDF mit ein paar netten Zeilen.

 

Und denke daran, auch in den Folgemonaten kannst du immer wieder neue Arbeiten oder Postkarten senden. Bleibe im Gedächtnis und lasse dich nicht entmutigen, auch wenn du von einem Verlag einmal länger nichts hörst.

 

 

Und jetzt - freu dich auf die Frankfurter Buchmesse und viel Spaß!

 

 

 

 

Herzliche Grüße,

 

 * Dieser Artikel enthält unbezahlte und unbeauftragte Werbung, da ich Unternehmensnamen nenne.

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Shehla Mahmood (Donnerstag, 27 Juni 2019 22:42)

    Liebe Melanie,

    vielen lieben Dank für diesen ausführlichen Artikel. Es ist wirklich eine große Hilfe wenn man sich noch wie ein Newbie fühlt.

    Shehla Mahmood

  • #2

    Melanie (Freitag, 28 Juni 2019 08:57)

    Sehr gerne :-*

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