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Mein Weg zur Food Illustration

Oder: Wie du deinen "inneren Kritiker" bezwingst und stetig Neues wagst


 

Der "innere Kritiker"

 

Vielleicht kennst du ihn auch? Deinen "inneren Kritiker" - er hindert dich oft daran, Neues zu wagen. Du könntest ja scheitern. Nicht gut genug sein. Besser also, du fängst gar nicht erst an. Kennst du das? Ich nur zu gut. Und deshalb ist dieser Blogpost eine ganz persönlicher.


Der "innere Kritiker" meint es nicht einmal böse mit uns. Er will uns nur vor Niederlagen schützen. Und wenn wir etwas Neues ausprobieren wollen, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es vielleicht nicht auf Anhieb zu 100% so klappt, wie wir es gerne hätten. Doch anstatt vor Fehlern davon zu laufen, sollten wir jeden einzelnen Fehler freudig willkommen heißen. Denn jeder einzelne macht uns besser und lässt uns lernen.

 

Das gilt auch beim Kreativ-sein. Ich bin eine Meisterin, wenn es darum geht, Fehler vermeiden zu wollen. Daher habe ich es mir zum Ziel gesetzt, nun öfter etwas Neues zu probieren und meine Komfortzone zu verlassen. Egal, wie laut der "innere Kritiker" ruft. Neue Materialen, neue Motive, neue Herangehensweisen. Was habe ich also Neues gewagt, fragst du dich jetzt vielleicht?

 

 

Food Illustration

 

Für mich ein ganz neues Feld. Die Illustration im Bereich "Food" / "Essen und Trinken". Ich bin schon lange fasziniert von vielen tollen Künstlern wie Ohn Mar Win oder Holly Exely und deren Food Illustrationen. Als ich vor einigen Wochen dann in einem dieser kreativen Tiefs (auch diese sind völlig normal - ich sehe sie inzwischen als notwendige Pausen, um neuen Schwung zu holen) gefangen war, fing ich einfach damit an. Einfach etwas Neues, ohne viel Nachdenken, einfach geschehen lassen. Und so blieb ich bei zwei für mich völlig neuen Wegen zu illustrieren hängen. Ich will dir beide hier gern vorstellen, denn vielleicht sind das ja sogar neue Herangehensweisen, die du auch einmal ausprobieren möchtest ;).

 

 

Variante 1: Flächen zuerst

 

Ich war es bisher gewohnt, immer erst die Umrisse zu zeichnen und dann darin die Flächen zu colorieren. Ich war aber zunehmend gefangen, die "perfekten" Formen zu erschaffen, bevor ich weitermachen konnte. Ich radierte und radierte und war immer unzufriedener - es machte keinen Spaß mehr. Wie konnte ich das durchbrechen?


Ich begann mit den Flächen - farbig mit Aquarell. Und es machte wieder Spaß - einfach so drauflos malen mit dem Fokus auf Farbe und Farbverlauf. Nachdem die Flächen dann getrocket waren, fügte ich als Schritt Nummer zwei die Outlines hinzu - mit Fineliner (Pigma Micron 0.1) oder mit Tusche. Das Ergebnis wirkte so viel lockerer, ungezwungener und leichter, aber auch unperfekter. Und gerade dieses Unperfekte machte nun den Charme aus.

 

 

Variante 2: Outlines zuerst - ohne Vorzeichnung

 

Bei dieser zweiten Variante habe ich zwar auch erst die Outlines gemalt, jedoch mit einem wasserfesten Brush Pen (Pentel Brush Pen), ohne Vorzeichnung. Das Schöne an diesem Brush Pen ist, dass man die Strichstärke je nach Druck extrem variieren kann, was wiederum seine ganz eigene unperfekte Schönheit hat. Danach habe ich mit einem Water Brush Pen mit Aquarell coloriert. Hier habe ich mich bemüht, schnell zu arbeiten, verschiedene Variationen des Objektes auszuprobieren, nicht viel nachzudenken und die Farben und Schattierungen nass in nass aufzutragen. Entstanden ist eine ganz neue Frische, die ich bisher in meinen Bildern oft vermisst hatte.

 

 

Ich wollte dir hier einfach mal zeigen, dass man Neues wagen darf, soll und kann. Einfach schon allein, weil es Spaß macht. Und wer weiß, vielleicht entdeckt man wieder ein neues Feld für sich. Aber auf jeden Fall wächst man daran, denn man hat wieder einen Schritt gemacht - raus aus seiner Komfortzone. So habe ich also mit der Food Illustration angefangen.

Und jetzt wünsche dir frohes Schaffen, in und außerhalb deiner Komfortzone :)

 

 

 * Dieser Artikel enthält unbezahlte und unbeauftragte Werbung, da ich verwendete Produkte benenne.

   Alle Produkte sind selbst gekauft.

 

 

 

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Herzliche Grüße,

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Kommentare: 2
  • #1

    Rebekka (Donnerstag, 04 April 2019 13:22)

    Toller Artikel! Ich find mich wieder :D Und die beiden neuen Wege zum Bild, die du beschreibst, klingen spannend - und führen zu tollen Ergebnissen, finde ich!
    Und ich finde auch, Gemüse ist genau die richtige Vorlage, wenn es um "unperfekt" geht. Was ist schon so perfekt unperfekt wie Gemüse? ;-)

  • #2

    Melanie (Donnerstag, 04 April 2019 13:24)

    Herzlichen Dank :-*

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