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Farbenlehre für Beginner

Oder: Warum du keine 120 verschiedene Aquarellfarben brauchst


 

Du gehst zum Künstlerbedarfsladen deines Vertrauens und kommst mit zig neuen Tuben Aquarellfarben nach Hause, obwohl du nur einen neuen Pinsel kaufen wolltest? Erwischt?! Dann geht es dir so, wie es mir lange ging. Ich habe lange Zeit eigentlich viel zu viel Geld für neue Farben ausgegeben und hatte dennoch immer das Gefühl, diese oder jene Farbe würde mir sicher noch fehlen. Zudem war ich jedes Mal erschlagen, wenn ich die große Auswahl an Farben sah. Du brauchst sicher noch diesen und jenen Grünton, damit deine Bilder harmonischer wirken - und so endete ich mit vielen verschiedenen Tuben und Näpfchen und war doch nicht glücklich.

 

Doch jetzt die gute Nachricht: Du brauchst keine 120 Aquarellfarben.

Du brauchst eigentlich nur 3 (!) Farben - wirklich! Denn daraus kannst du dir jeden erdenklichen Farbton selbst mischen. Wie das geht, erzähle ich dir hier. Also legen wir los :)

 

 

Das Geheimnis liegt in den absoluten Basics der Farbenlehre:

 

Die Primärfarben

 

Mit den drei Primärfarben rot, blau und gelb kannst du jeden Farbton mischen, den du brauchst. Wenn du Geld in die Hand nehmen willst, dann investiere bei den Primärfarben in hochwertige Farben mit einer hohen Pigmentierung. So stellst du sicher, dass deine Farben auch nach dem Mischen noch leuchten. Grundsätzlich gilt, dass der Endfarbton trüber wird, je mehr Farben man mischt. Daher kann es sinnvoll sein, die Farbtöne zusätzlich zu kaufen, die man oft verwendet.

 

 

Die Sekundärfarben

 

Mischst du die Primärfarben jeweils zu gleichen Teilen miteinander, ergeben sich die Sekundärfarben. Blau und rot ergeben lila. Mischst du rot und gelb, erhältst du orange. Und aus gelb und blau ergibt sich grün.

 

Die Tertiärfarben

 

Je nachdem, ob du nun jeweils mehr von der einen oder anderen Farbe hineinmischst, ist der Mischton näher an dem einen oder anderen Farbton anzusiedeln. Dies sind dann die Tertärfarben. Mischst du beispielsweise bei der Sekundärfarbe grün etwas mehr gelb hinein, so erhältst du ein sehr saftiges warmes grasgrün. Gibst du stattdessen mehr blau dazu, so wird das grün eher kühl.

 

Die Komplementärfarben

 

Darunter versteht man die Farben, die sich im Farbkreis (hier als Dreieck dargestellt) gegenüberliegen. Rot und grün, blau und orange, sowie gelb und lila.

In der jeweiligen Komplementärfarbe sind absolut keine Farbanteile der gegenüberliegenden Primärfarben enthalten. So beinhaltet die Farbe grün als Mischfarbe / Sekundärfarbe aus blau und gelb, absolut keine roten Farbanteile. Dadurch haben die Komplementärfarben eine wunderbare Eigenschaft: Sie bringen sich selbst zum Leuchten.

 

Kleiner Tipp: Nutzt du Komplementärfarben nebeneinander in deiner Illustration, so verstärken sich beide Farben in ihrer wahrgenommenen Sättigung und bringen sich gegenseitig zum Strahlen.

 

 

 

Beim Mischen der jeweiligen Komplementärfarben, erhältst du alle möglichen verschiedenen Braun- / Grün- und Erdtöne.

Möchtest du in deinem Bild eine hohe Farbharmonie erreichen, dann entscheide dich im Vorfeld für zwei Komplementärfarben, beispielsweise rot und grün und mische deine unterschiedlichen Erdtöne aus diesen beiden Farben.

 

 

Warme Farben, kalte Farben und neutrale Farbtöne

 

Die Einteilung in warme, kalte und neutrale Farbtöne, kann eine Rolle spielen, wenn du gezielt bestimmte Emotionen mit deiner Illustration wecken willst. Hat man als Motiv eine Landschaft im Sommer, wird man eher warme Töne verwenden. Bei einer Nachtszene eher kühle Farben.

 

In der Farbpalette siehst du oben die warmen Farben rot, orange und gelb und unten die kalten Farben grün, blau und lila. Bei den gemischten Farbtönen sind die oberen Farben eher warm, die unteren eher kalt und die mittleren zähle ich zu den neutralen Farbtönen. Die neutralen Töne harmonieren mit warmen und kalten Farben gleichermaßen.

 

 

Ich hoffe, dieser kleine Einblick in die Farbenlehre konnte dir ein wenig helfen ;) . Ich selbst fand es beruhigend, dass ich mir alle erdenklicken Farbtöne aus nur 3 Grundfarben selbst zusammenmischen kann :D. Das heißt natürlich nicht, dass ich nicht doch hin und wieder gern im Künstlerbedarfsladen auf Farbensuche gehe.

 

Und jetzt, leg los, probier dich aus und finde deine ganz persönliche Farbpalette! Bei Fragen und Anregungen schreib mir in die Kommentare oder über das Kontaktformular. Ich freue mich auf dich.

 

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Herzliche Grüße,

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